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Aus meiner Feder

Heute habe ich mal noch ein bischen Lesestoff für euch die Kutzgeschichte ist endstanden kurz nach der Inhaftierung meines Exfreundes einige meiner Freunde und Bekannten fanden sie sehr schön daher habe ich beschlossen sie auch hier mal niederzulegen.


Willi der Knastrabe

Ja nun denkt ihr vielleicht der Rabe spinnt, nein, aber so ist das nicht. Ich bin Willi, der Knastrabe. Mein Bruder ist Rudi, der Arbeitsamtsrabe. Wir
Raben haben eigentlich ganz gerne Bäume unterm Hintern, da wir aber auch in Städten leben und es da nun einmal nicht so viele Bäume gibt, haben wir uns halt große und hohe Häuser ausgesucht, weil es da selten Katzen und auch sonst keine Feinde gibt, also aus Rabensicht recht gut. Menschen stehen beiden Gebäuden mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber: beide scheinen das Leben der Menschen sehr zu beeinflussen.
Mein Bruder hat das letzte Mal erzählt, als wir uns auf einem Baum im Stadtpark getroffen haben, er habe noch nie so viele oft wütende und verzweifelte Menschen gesehen, wie bei seinem Haus und jeden Tag andere.
Viele würden sich aufregen über Behördenwillkür und den Amtsschimmel.
Ich kenn nur Schimmel auf der Weide oder auf Brot, egal.
Bei meinem Haus ist das anders, da sind auch Wut, Angst, Zweifel und Sorgen zu Hause, aber die Menschen bleiben oft jahrelang. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und ich werde doch meine Augen und Ohren einmal offen halten, was da eigentlich genau passiert. Morgens, wenn ich meine Runde mache, und mir von den Fensterbänken Brotkrümel hole und mir sehnsüchtige Blicke folgen, wenn ich davonfliege.

Ja heute ist es wieder soweit: Treffen auf dem Bau im Stadtpark. Mein Bruder hat wieder tolle Sachen erzählt: beim Amt ist immer was los, ein Kommen und Gehen von morgens bis in den späten Nachmittag. Wie bei den Raben auf dem Dach. Nur dass die Menschen kunterbunt gekleidet sind. Mein Bruder mag vor allem junge Damen in kurzen Röcken. Kinder findet er lustig, die haben was Fröhliches, sagt er, aber auch Menschen mit körperlichen Gebrechen und Behinderungen sind dabei. Da scheint echt ein buntes Treiben zu herrschen. Bei mir ist es eher ruhig. Klar kommen und gehen auch Menschen, aber nur wenige, die meisten sind lange da. Frauen und Kinder sieht man wenige und wenn, dann kommen sie arbeiten oder zu Besuch. Es wird auch geredet, gelacht und es gibt auch ab und an Zoff. Viele der Männer hier wirken oft unglücklich. Auch so richtig bunt ist es hier nicht. Einige wenige laufen in grün herum mit 'nem großen Schlüsselbund und oft verkniffenen Mienen. Die anderen haben braune oder grüne Sachen an, wirken unsicher, hilflos und oft raus dürfen die auch nicht, einmal am Tag in den Hof, das war es. Viel Freude ist hier nicht zu finden, irgendwie sind die hier anders als die bei meinem Bruder. Nachdem ich ihm das erzählt habe, fragte er, was reden die Menschen bei dir denn? Bei mir reden die von Arbeitslosengeld, Hartz4, Bewerbungen und dem Scheiß-Arbeitsmarkt. Wenn man Bekannte trifft, redet man auch über Privates, Freunde und Familie. Machen wir Raben ja auch, wenn ich an Onkel Hans denke, der und sein Schnaps, den hat Wilhelm Busch sogar bedichtet und mein Neffe Nils bei seiner ersten Mauser, ne, was ein Aufstand. Ja klar hört sich das bei mir wieder ganz anders an, die reden hier von Koffern, wo doch hier keiner reist. Dann habe ich mitbekommen, dass die hier von Tabak reden zum Rauchen. Als es dann um Bomben ging, hatte ich Angst um mein zu Hause, aber es war ein Paket Kaffee gemeint, puh. Na ja, und bei Wachteln, dachte ich, sind wir nun nicht mehr gut genug? Aber nein, das sind Justizvollzugsbeamte. Jeder Ort hat seine Sprache, auch Halb- und Zweidrittelstrafe, offener Vollzug, ja, was vollziehen die hier eigentlich? Das werde ich mal erkunden, warum die hier sind. Auch das harte Leben im Knast ist immer wieder Thema. Ja, auch über Familie wird geredet, die geliebte Frau, die fehlt, und die Kinder, denen der Papa fehlt. Meine Luise würde mir auch fehlen.


Für alle die nun nach einer Fortsetzung schreien gebe ich gleich bekannt es wird keine geben da ich die beziehung wie ja schon erwähnt habe beendet habe und dieses Thema mein Leben nicht mehr direkt betrifft.

Gruß Steffi
19.9.06 15:03
 


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